Carina Linges Arbeiten lassen sich nicht an einem bestimmten Medium festmachen, vielmehr riskiert sie unkonventionelle Gestaltungsstrategien und bedient sich kontextuell konzeptioneller Arbeitsweisen. Bestechend dabei ist ihre sinnliche Präsenz und poetisch tiefsinnige Art, existenzielle und soziale Befindlichkeiten zu hinterfragen.
So gewährt sie in ihrer Serie "Amor et Psyche" von 2007 wie auch in ihrer 2008 begonnen Serie "Einsamer Eros" in Form von Fotografien, Objekten und Installationen tiefe Einblicke in die von Versehrtheiten, von Verlassensein, von sexuellen Abhängigkeiten, von Selbstbetrug sowie von Depression und Tod gezeichneten Gefühlswelten unserer Gegenwart.
Dabei verfolgt sie keinen dokumentarischen Ansatz, vielmehr überlagert sich allegorisches und vorgefundenes, entspinnen sich Bilderwelten, die in ihrer Ikonographie Verweise in die Kunstgeschichte beinhalten und doch in unserer Gegenwart verankert sind.
Carina Linge - Et in Arcadia ego
Vita

1976 geboren in Cuxhaven
lebt und arbeitet in Weimar

Ausbildung

2000 - 2006 Studium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar

1997 - 2000 Lehramtsstudium Kunst und Germanistik an der Ernst-Moritz-
Arndt-Universität Greifswald

1995 - 1997 Lehramtsstudium Theologie und Romanistik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Projekte

2007 Konzeption, Kuration und
Organisation der Ausstellung "Götter im Exil" in Weimar

2001 - 2003 Kuration und Leitung "backup.loungelab", Backup Festival Weimar

Stipendien

2008 Arbeitsstipendium für zeitgenössische Kunst des Freistaates Thüringen

Ausstellungen

2007
"Gastspiel", Galerie DoppelD, Dresden

"Götter im Exil", Kunstraum Heinestrasse, Weimar

"Festival für junge Kunst in Chemnitz - Begehungen 2007", Chemnitz

"Ausstellung junger deutscher und polnischer Kunst", Friedrich-Schiller-Universität, Jena

"Art on the edge - Weimar - New York", Kunsthalle Harry Graf Kessler, Weimar

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Die im Projektraum ausgestellte Installation "Et in Arcadia ego" hat hierbei eine besondere Brisanz.
In Zeiten, in denen rechtliche und medizinische Hirntoddefinitionen, Regelungen für Organtrans-
plantationen und bürokratische Entsorgungen von Leichen zu unseren Realitäten gehören, wird psychisches wie soziales Leben und Sterben nicht hinreichend berücksichtigt. Wie eine Wunde klafft die Diskrepanz zwischen dem Traum vom Glück in Einheit mit der Natur, dem Traum von Arkadien und der Realität auf.